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Die Geschichte der
Adršpach-Teplicer Felsen
Adršpach und seine Umgebung ist seit ewigen Zeiten mit vielen
geheimnisvollen Geschichten verbunden, die voll von Waldfeen, Räubern
und Wundertaten sind.
Metuje
Der Fluss Metuje zauberte in den Felsen jahrhundertelang und bildete
deren Schönheit. Schön ist auch die Geschichte, wie Metuje zu seinem
Namen kam. Die ältesten Einwohner erzählen sie bis heute... Den Namen
verdankt der Fluss den Benediktinermönchen, die sich in dieser
Landschaft niederließen. Der Fluss Metuje war in der Region der größte
und geheimnisvollste Fluss. In dieser Zeit hatte er noch keinen Namen
und niemand wusste, wo er entspringt. Die Brüder rüsteten sich mit
Lebensmitteln für mehrere Tage aus und machten sich flussaufwärts
auf den Weg. Überall gab´s einen dichten undurchdringlichen Urwald,
sodass sie nur langsam vorwäts kamen, aber eines Tages gelangten sie
bis zur Stelle, wo sie die Quelle ahnen konnten. Die Quelle des Flusses
wurde entdeckt. Sie konnten auf keinen geeigneten Namen für den Fluss
kommen. Erst auf dem Rückweg kam der entscheidende Augenblick. Während
sich die Mönche ausruhten, gingen manche Männer, die die Expedition in
den Wald begleiteten, die Umgebung erkunden. Einer von ihnen endeckte
einen riesigen Bienenschwarm. Sie waren in einem hohlen Ahornstamm und
sie hatten so viel Honig, dass er vom Baum runterfloss. Jener Mann, überrascht
von solchem Fund, rief glücklich seinen Freunden zu: „Der Honig ist
da! - Med tu je!" Der Ruf flog auch zu den Brüdern und der Name
war da! „Med tu je“ wurde zu „Metuje“ verändert und den Namen
behielt der Fluss bis heute.
Wasserkönigreich
Es ist interessant, dass man bis heute diskutiert, wo Metuje genau
entspringt. Die populärste Version behauptet, dass die Quelle in der
Wolfsschlucht ist. Das Wasser, vor allem das unterirdische, stellt einen
wertvollen Naturschatz der Adršpacher Felsenstadt dar. In der Tiefe von
Hunderten Metern unter den wasserdurchlässigen Sandsteinen fließt es
vom Gebiet der ca 100 km2 zusammen und gehört zu den hochwertigsten in
Mitteleuropa. Aus dem Untergrund strömt es unter Druck zur Erdfläche
hinauf, wo es mächtige artesische Quellen bildet. Die Wasserquelle ist
so stark, dass sie nicht nur die ganze Region versorgt, sondern sie wird
auch als bekanntes Tafelwasser in der ganzen Tschechischen Republik
verkauft.
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Felsenstädte
Bis heute nennen die Menschen Teplicer und auch Adršpacher Labyrithe
„die Felsenstädte“. Eine alte Sage behauptet, dass es früher
anstelle beider Felsenstädte wirkliche zwei Städte gab. Sie hatten
eine wichtige strategische Lage, denn das ganze Land war mit
undurchringlichen Bergen und Wäldern umwoben und nur durch diese Städchen
konnten die Feinde zu uns gelangen. Und wie die Sage erzählt, schon
unsere Ahnen ließen sich von Zeit zu Zeit überzeugen und für eine
ungeringe Belohnung ließen sie die Feinde in unser damals reiches Land
hinein. Der Feind tobte, plünderte und bedrückte die Menschen. Ein
Gott unserer Ahnen ärgerte sich darüber und befiel, dass beide Städte
versteinern. Kaum sprach er seinen Fluch aus, so ist es geschehen. Häuser,
Kirchen, Menschen, Tiere – alles wurde in demselben Augenblick zu
Stein.
Erinnerungen aus der zeitgemässen Presse
Erlebnisse aus Adršpach ... - Poutník
1846 (Wandler)
„Plötzlich öffnete der Leiter eine
kleine Tür und wir liefen einen nassen Sandpfad entlang weiter; er
zeigte uns viele Felsengebilde und nannte ihre Namen: Echostein,
Kapuziner, Handschuh, Ratsherr, Mühltonne, Galgen, Vratislawer
Magdalener Kirche, Kanzel, Pyramide, Steinpilz, Ruine, zerrütteter
Stein und viele andere. Alle diese Namen beziehen sich auf die Ähnlichkeit
und Bedeutung der Felsen. Ein Felsen wurde durch den Leiter „Kaiser
Leopold“ genannt. Als wir ihn fragten, welchen Leopold er meint, den
I. oder den II., antwortete er:“Welchen Sie wollen.“ Endlich kamen
wir auf eine sehr schöne grüne Wiese, unser Auge lebte etwas auf; aber
bald brachen wir durch eine schwarze Höhle zum Wasserfall ein, wo ein
schönes Theater auf uns wartete; wir stellten uns zum Geländer hin,
und plötzlich fing das Wasser an mit einem betäubenden Schrei und
starken Strom hinunterzufallen; er überragt alle andere Wasserfälle,
die wir unterwegs sahen.
Erlebnisse aus Adršpach ...
- Aus dem Jahre 1881
„Ohne einen Begleiter in die Felsen zu gehen wäre vergeblich; denn
ein Fremder kennt weder den Weg noch die Namen der einzelnen Stellen und
Gegenstände und weiß nicht, von woher er die Besonderheiten sehen und
betrachten soll..... Bald kamen wir zum Zuckerhut, einem besonderen
Wunder der Aderšpacher Felsen. Es ist ein großer Sandsteinfelsblock,
oben ca zwei und halb, unten ca halben Meter breit und neun und halb
Meter hoch und so aussehend, als ob es ein Zuckerhut wäre, den jemand
mit der Spitze nach unten hinstellte und ihn hier so stehen ließ. Die
Spitze sinkt in den kleinen Schlamm und ist ständig vom Wasser umspült.
Wir fühlen uns nicht unbedingt wohl, wenn wir etwas näher stehen, denn
wir erwarten, dass im nächsten Augenblick der große Felsblock umstürzt
und uns mit seiner voller Schwere zerdrückt. Bis jetzt ist es nicht
passiert, aber versichern Sie keinen, dass es in den kommenden Jahren
vielleicht nicht geschiet; denn die enge Stütze am Fuß des Felsblocks
steht ständig im Wasser und ist durch dessen Strömung umspült, da der
Sandstein schnell bröckelt, wird der Felsblock ohne Zweifel einmal plötzlich
stürzen.“
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